Der Altarraum

Auf dem Altartisch befand sich eine übermannsgroße Skulptur des Bildhauers Otto Flath, die "Deutsche Familie" genannt wird. Die Figuren standen unter einem mächtigen Eichenkreuz ohne Korpus. Sie entsprach dem nationalsozialistischen Ideal einer mehrköpfigen Familie. 1990 hatte der damaligen Kirchenvorstand beschlossen, die Figuren in den Seiteneingang der Kirche zu stellen, so dass das nackte Kreuz nun den Altarraum prägte — und optisch verkürzte.

Altarraum von 1937-1990
Das neue Altarkreuz
Altarraum von 1990-2013

2014 wurde ein Künstlerwettbewerb zur Neugestaltung des Altarraums ausgeschrieben, den der Münchner Künstler Werner Mally für sich entscheiden konnte. Der von ihm realisierte Entwurf sah ein Fresko in Form einer warmtonigen Ellipse vor, in der sich zwei Kreise überschneiden. Dies kann als Symbol für die ökumenische Begegnung der beiden Konfessionen gedeutet werden. Eine davor gehängte Pendel-Installation sorgt für ein Eindruck steter Bewegung und Erneuerung. Ein kleines Eichenkreuz auf dem Altar öffnet sich zu dem Wandbild hin.

Die Figurengruppe im Seiteneingang hat der Künstler umgedreht und vor eine Spiegelwand gestellt. Diese Inszenierung erhielt den Titel "Reflexion". Der Betrachter wird so zu einer Betrachtung eingeladen, bei der auch das eigene Spiegelbild in der Auseinandersetzung mit der Figurengruppe zum Thema werden kann.

AKTUELLES

23. bis 25. Oktober 2026
Aktionstage zum Thema Kirchenkampf:„Zwietracht drinnen, Krieg draußen – Kirche im Nationalsozialismus“

VORSCHAU

Im November 2026
Ökumenisches Märtyrer-Gedenken anlässlich des 83. Jahrestages der Hinrichtung der vier Lübecker Geistlichen

6. November 2026 um 12 Uhr 
Friedensandacht in der Marienkirche

7. November 2026 um 16:30 Uhr
Konzertabend mit Detlev Uhle: Lieder aus den Lagern und aus dem Widerstand

14. November 2026 um 14 Uhr 
Stadtrundgang: Auf den Spuren von Wider-stand und Verfolgung, Dr. Wolfgang Muth

24. November 2026 um 18 Uhr
Vortrag: Zwangsarbeit in Lübeck – Aus den Lebenserinnerungen von Erneste Lion,
Dr. Wolfgang Muth

DAUERAUSSTELLUNG

»…ich kann dich sehen.«

Widerstand, Freundschaft und Ermutigung der vier Lübecker Märtyrer

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